Theosophie: Geschichte, Lehrer und Werke
Geschichte der Verbreitung philosophischer Konzepte
Die Gedanken, die wir in vielen Religionen und Philosophien verstreut finden, sind in der Theosophie zusammenhängend und in sich schlüssig dargestellt. Ein Anfang der theosophischen Überlieferung ist schwer auszumachen, denn sie war zu verschiedenen Zeiten unter den verschiedensten Bezeichnungen bekannt. So werden zum Beispiel die neuplatonischen Lehren und die Lehren mittelalterlicher Denker wie Nikolaus von Kues, Paracelsus, Giordano Bruno, Jakob Böhme oder Louis Claude de Saint-Martin der Theosophie zugeordnet. Gemeinsam ist ihnen, dass sie als Ursprung und Erhalter der Welt nicht einen persönlichen Gott betrachten, sondern das Universum als Ausdruck eines geistigen Prinzips ansehen und dem Menschen sowie dem menschlichen Denken eine wichtige Rolle als Mittler zwischen Geist und Materie zuweisen.

Giordano Bruno wurde aufgrund seiner Lehren im Jahr 1600 auf dem Scheiterhaufen der Inquisition verbrannt.
1875 gründete Helena Petrovna Blavatsky in New York die Theosophical Society, um das Wissen über philosophische Konzepte wie Karma oder Wiedergeburt im Westen wieder bekannt zu machen. Zu ihren zentralen Anliegen gehörten die Milderung des krassen Materialismus des 19. Jahrhunderts und die Realisierung und Umsetzung einer Universalen Bruderschaft, die auf dem gemeinsamen Ursprung und der identischen Essenz aller Wesen im Universum beruhe.
Die Theosophical Society überstand den Tod ihrer Gründerin (1891) nicht ungespalten, und seitdem haben sich weltweit zahlreiche theosophische Gesellschaften gebildet oder abgespalten. Doch die philosophischen Konzepte, die große Denker in Jahrtausenden herauskristallisiert haben und die in zahlreichen Überlieferungen mehr oder weniger vollständig nachweisbar sind, wurden von einigen theosophischen Lehrern besonders klar und zusammenhängend formuliert.
Bedeutende Lehrer

Helena Petrovna Blavatsky (1831-1891)

William Quan Judge (1851-1896)

Katherine Tingley (1847-1928)

Gottfried von Purucker (1874-1942)
Englischsprachige Literatur
Die wichtigsten Grundlagenwerke erschienen ursprünglich in den USA in englischer Sprache:
Blavatsky, H. P.: Isis Unveiled. New York, 1877
Blavatsky, H. P.: The Secret Doctrine. London, 1888
Blavatsky, H. P.: The Voice of the Silence. London, 1889
Blavatsky, H. P.: The Key to Theosophy. London, 1889
Judge, W. Q.: The Ocean of Theosophy. New York, 1893
Tingley, K.: Theosophy – The Path of the Mystic. Point Loma, 1922
Purucker, G. de: Golden Precepts of Esotericism. Point Loma, 1931
Purucker, G. de: Fundamentals of the Esoteric Philosophy. Point Loma, 1932
Purucker, G. de: Occult Glossary. Point Loma, 1933
Purucker, G. de: The Esoteric Tradition. Point Loma, 1935
Deutschsprachige Literatur
Im Zuge der Ausbreitung der Theosophie wurden die meisten Werke ins Deutsche übersetzt. In neuerer Zeit hat sich dabei besonders der Verlag Esoterische Philosophie in Hannover Verdienste erworben. Die Auswahl erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
Blavatsky, Helena Petrovna: Isis Entschleiert. 2 Bde., Hannover 2000
Blavatsky, Helena Petrovna: Die Geheimlehre. 4 Bde., Hannover 1999
Blavatsky, Helena Petrovna: Die Stimme der Stille. Hannover 1996
Blavatsky, Helena Petrovna: Der Schlüssel zur Theosophie. Grafing 1995.
Judge, William Quan: Das Meer der Theosophie. Hannover 2010
Tingley, Katherine: Der Pfad des Mystikers. Hannover 1986
Tingley, Katherine: Der Wein des Lebens. Leipzig 2003
Purucker, Gottfried von: Goldene Regeln der Weisheit: Hannover 2011
Purucker, Gottfried von: Grundlagen der Esoterischen Philosophie. Hannover 2003
Purucker, Gottfried von: Esoterische Philosophie – Wörterbuch. Hannover 1990
Purucker, Gottfried von: Die Esoterische Tradition:
- Sichtbare und unsichtbare Welten. Hannover 2025
- Der Mensch in der Unendlichkeit. Hannover 2022
- Mit der Wissenschaft hinter die Schleier der Natur. Hannover 2020
- Geburt und Wiedergeburt. Hannover 2023
- Tod – was kommt danach? Hannover 2024
- Mysterienschulen – Leuchtfeuer des Geistes. Hannover 2024