Textauszüge
Hier findest du einige aussagekräftige Auszüge aus der theosophischen Literatur. Neben unserer Übersetzung ins Deutsche geben wir zu Vergleichszwecken auch den englischen Originaltext an. Die Texte belegen, beleben und bereichern unsere Darstellung der philosophischen Konzepte. Es ist nicht auszuschließen, dass sie auch zum Weiterlesen animieren.

Bewusstsein
In all seinen Formen und vielgestaltigen Manifestationen ist Bewusstsein Geist-Materie – Kraft und Materie oder Geist und Substanz sind eins –, folglich ist Bewusstsein die feinste und erhabenste Form von Energie, die Wurzel aller Dinge und von gleicher Ausdehnung wie der kosmische Raum. Es ist daher die Grundlage und Essenz der Götter, Monaden und Atome – der drei verallgemeinerten Stufen des Universums, kosmisch gesprochen. Eine natürliche Folge hiervon ist, dass das Universum verkörpertes Bewusstsein ist. Viel zutreffender aber sollten wir es ein nahezu unbegrenztes Aggregat verkörperter Bewusstheiten nennen.
Consciousness
In all its forms and protean manifestations, consciousness is spirit-matter – force and matter, or spirit and substance, are one – hence consciousness is the finest and loftiest form of energy, is the root of all things, and is coextensive with kosmic space. It is, therefore, the foundation and the essence of gods, of monads, and of atoms – the three generalized degrees, kosmically speaking, of the universe. A natural corollary from this is that the universe therefore is imbodied consciousness, or much more correctly we should call it a quasi-infinite aggregate of imbodied consciousnesses.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 31
Ethik
Die theosophischen Lehren sind essentiell und gänzlich ethisch. Es ist unmöglich, die erhabene Weisheit der Götter zu verstehen, die archaische Weisheitsreligion der Alten, ohne sich die Tatsache klar zu vergegenwärtigen, dass Ethik das gesamte System und Gefüge der Lehre und des Denkens der esoterischen Philosophie wie goldene Fäden durchzieht. Echter Okkultismus, getrennt von Ethik, ist schlichtweg undenkbar, weil unmöglich. Es gibt keinen echten Okkultismus, der nicht die erhabenste Ethik in sich schließt, die der moralische Sinn der Menschheit verstehen kann, und es ist unmöglich, dieser großartigen Tatsache zu viel Gewicht beizumessen.
In der theosophischen Philosophie ist Ethik nicht bloß das Ergebnis menschlichen Denkens, das als eine Formulierung konventioneller Regeln existiert, die für menschliches Verhalten maßgeblich sind. Sie gründet auf der eigentlichen Struktur und dem Charakter des Universums selbst. Das Herz des Universums ist Weisheit und Liebe, und diese sind in sich ethisch, denn es kann keine Weisheit geben ohne Ethik, auch keine Liebe ohne Ethik, noch kann es Ethik geben, die der Liebe oder Weisheit beraubt ist.
Weshalb legten die Alten so viel Wert auf das, was unter den Römern gewöhnlich als virtus bekannt war, von dem wir unser modernes Wort „virtue“ [deutsch: Tugend, Kraft, Tapferkeit] haben? Der philosophische Grund hierfür ist, dass sie aufgrund der Lehren aus den großen Mysterienschulen wussten, dass Tugenden, Ethik, die Frucht des moralischen Gefühls in menschlichen Wesen sind, das sie ihrerseits vom Herzen des Universums ableiteten – von der kosmischen Harmonie. Es ist höchste Zeit, dass die abendländische Welt die Vorstellung für immer in die Rumpelkammer unhaltbarer Aberglauben verbannt, Ethik sei lediglich konventionelle Moral, eine von Menschen geschaffene Übereinkunft, die die Härten und Gefahren im menschlichen Umgang miteinander mildern soll.
Natürlich weiß jeder Gelehrte, dass die Worte Moral und Ethik aus dem Lateinischen bzw. Griechischen kommen und die Sitten oder Gewohnheiten bezeichnen, denen in zivilisierten Gesellschaften zu folgen angebracht ist. Doch diese unzweifelhafte Tatsache selbst ist in einem Sinn bedauerlich, denn es möchte fast scheinen, als hätten wir noch kein Wort hervorgebracht, das das instinktive Gefühl für Recht und Wahrheit und Treue und Gerechtigkeit und Ehre und Weisheit und Liebe angemessen beschreibt, das wir heute mit den Worten „Ethik“ oder „Moral“ so schwach zum Ausdruck bringen. „Theosoph ist, wer Theosophie lebt“, schrieb H. P. Blavatsky, und niemals schrieb sie weisere und edlere Worte. Niemand kann ein Theosoph sein, der nicht ethisch fühlt und ethisch denkt und ethisch lebt, in dem wirklichen Sinn, der oben beschrieben wird.
Ethics
The theosophical teachings are essentially and wholly ethical. It is impossible to understand the sublime wisdom of the gods, the archaic wisdom-religion of the ancients, without the keenest realization of the fact that ethics run like golden threads throughout the entire system or fabric of doctrine and thought of the esoteric philosophy. Genuine occultism, divorced from ethics, is simply unthinkable because impossible. There is no genuine occultism which does not include the loftiest ethics that the moral sense of mankind can comprehend, and one cannot weigh with too strong an emphasis upon this great fact.
Ethics in the theosophical philosophy are not merely the products of human thought existing as a formulation of conventional rules proper for human conduct. They are founded on the very structure and character of the universe itself. The heart of the universe is wisdom-love, and these are intrinsically ethical, for there can be no wisdom without ethics, nor can love be without ethics, nor can there be ethics deprived of either love or wisdom.
The philosophic reason why the ancients set so much store by what was commonly known as virtus among the Latins, from which we have our modern word „virtue“, is because by means of the teaching originating in the great Mystery schools, they knew that virtues, ethics, were the offspring of the moral instinct in human beings, who derived them in their turn from the heart of the universe – from the kosmic harmony. It is high time that the Occidental world should cast forever into the limbo of exploded superstitions the idea that ethics is merely conventional morality, a convenience invented by man to smooth the asperities and dangers of human intercourse.
Of course every scholar knows that the words morals and ethics come from the Latin and Greek respectively, as signifying the customs or habits which it is proper to follow in civilized communities. But this fact itself, which is unquestionable, is in a sense disgraceful, for it would almost seem that we had not yet brought forth a word adequately describing the instinct for right and truth and troth and justice and honor and wisdom and love which we today so feebly express by the words ethics or morals. „Theosophist is who Theosophy does“, wrote H. P. Blavatsky, and wiser and nobler words she never wrote. No one can be a theosophist who does not feel ethically and think ethically and live ethically in the real sense that is hereinbefore described.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 46 f.
Evolution
Wie das Wort in der Theosophie benutzt wird, bedeutet es das „Auswickeln“, „Entfalten“ oder „Ausrollen“ von latenten Kräften und Fähigkeiten, die der Wesenheit selbst angeboren sind und ihr innewohnen …
In der Theosophie bedeutet Evolution, dass der Mensch (wie tatsächlich alle anderen evolvierenden Wesen auch) alles in sich hat, was der Kosmos hat, weil er ein untrennbarer Teil von ihm ist. Er ist sein Kind; man kann den Menschen nicht vom Universum trennen. Alles, was im Universum ist, ist in ihm, latent oder aktiv, und Evolution ist das Hervorbringen dessen, was im Inneren ist. Ferner ist das, was wir das umgebende Milieu oder die Umgebungsverhältnisse – mit einem geläufigen Wort, die Natur – nennen, lediglich das Betätigungsfeld, auf und in dem diese inhärenten Eigenschaften und Fähigkeiten tätig sind, auf das sie einwirken und von dem sie ihre entsprechende Rückwirkung erhalten. Dabei werden Aktion und Reaktion ausnahmslos zu einem Antrieb oder Ansporn zu weiteren Manifestationen von Energie auf Seiten der evolvierenden Wesenheit.
Es gibt keine Grenzen in irgendeiner Richtung, von denen gesagt werden könnte, Evolution habe ihren Anfang, oder an denen wir sie uns als endend vorstellen könnten. Denn in der theosophischen Auffassung ist Evolution nur der Vorgang, dem die Bewusstseinszentren oder Monaden folgen, während sie in einem anfangs- und endlosen Prozess unaufhörlichen Wachstums gewissermaßen von Ewigkeit zu Ewigkeit voranschreiten.
Evolution
As the word is used in theosophy it means the „unwrapping“, „unfolding“, „rolling out“ of latent powers and faculties native to and inherent in the entity itself …
In theosophy evolution means that man has in him (as indeed have all other evolving entities) everything that the cosmos has because he is an inseparable part of it. He is its child; one cannot separate man from the universe. Everything that is in the universe is in him, latent or active, and evolution is the bringing forth of what is within; and, furthermore, what we call the surrounding milieu, circumstances – nature, to use the popular word – is merely the field of action on and in which these inherent qualities function, upon which they act and from which they receive the corresponding reaction, which action and reaction invariably become a stimulus or spur to further manifestations of energy on the part of the evolving entity.
There are no limits in any direction where evolution can be said to begin, or where we can conceive of it as ending; for evolution in the theosophical conception is but the process followed by the centers of consciousness or monads as they pass from eternity to eternity, so to say, in a beginningless and endless course of unceasing growth.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 48-49
Hierarchie
Das Wort Hierarchie bedeutet lediglich, dass in einem selbstständigen Körper ein Schema oder System oder Zustand übertragener leitender Macht und Autorität existiert, das oder der von jemandem bestimmt, geleitet und gelehrt wird, der die höchste Autorität besitzt und der Hierarch genannt wird. Theosophen erweitern die Bedeutung und nutzen den Namen, um die zahllosen Grade, Klassen und Stufen evolvierender Wesenheiten im Kosmos zu bezeichnen, und wenden ihn auf alle Teile des Universums an; und das zu Recht, denn jeder individuelle Teil des Universums – und deren Zahl ist schier unendlich – steht unter der grundlegenden Herrschaft eines göttlichen Wesens, eines Gottes oder einer spirituellen Essenz. Alle materiellen Manifestationen sind nur die Erscheinungen der Tätigkeiten und Handlungen dieser dahinterstehenden spirituellen Wesen auf unserer Ebene.
Die Reihe der Hierarchien erstreckt sich unbegrenzt in beide Richtungen. Wenn er es für Zwecke des Denkens so wählt, kann der Mensch sich als am Mittelpunkt betrachten, von dem aus sich über ihm eine endlose Reihe von Stufen über Stufen höherer Wesen aller Grade erstreckt – beständig weniger materiell und spiritueller und in jeder Hinsicht größer werdend – auf einen unsagbaren Punkt zu. Und dort endet die Imagination, nicht weil die Reihe selbst ein Ende findet, sondern weil unser Denken nicht weiter nach außen oder innen reichen kann. Und ähnlich dieser Reihe steigt eine unendlich große Reihe von Wesen und Zuständen von Wesen abwärts (um menschliche Ausdrücke zu benutzen) – abwärts und immer weiter abwärts, bis dort wiederum die Imagination endet, nur weil unser Denken nicht weiter gehen kann.
Der Gipfel, die Spitze, die Blüte, der höchste Punkt (oder die „Hyparxis“) irgendeiner Reihe von belebten und „unbelebten“ Wesen, ob wir nun die Stufen oder Grade der Reihe als sieben oder zehn oder zwölf (welchem System auch immer wir folgen) aufzählen, ist die göttliche Einheit für diese Reihe oder Hierarchie, und diese Hyparxis oder dieses höchste Wesen ist wiederum ihrerseits das niedrigste Wesen der Hierarchie über ihr, und so geht es für immer aufwärts – wobei jede Hierarchie eine Facette des göttlichen kosmischen Lebens manifestiert, jede Hierarchie gewissermaßen einen Gedanken des göttlichen Denkers offenbart.
Hierarchy
The word hierarchy merely means that a scheme or system or state of delegated directive power and authority exists in a self-contained body, directed, guided, and taught by one having supreme authority, called the hierarch. The name is used by theosophists, by extension of meaning, as signifying the innumerable degrees, grades, and steps of evolving entities in the kosmos, and as applying to all parts of the universe; and rightly so, because every different part of the universe – and their number is simply countless – is under the vital governance of a divine being, of a god, of a spiritual essence; and all material manifestations are simply the appearances on our plane of the workings and actions of these spiritual beings behind it.
The series of hierarchies extends infinitely in both directions. If he so choose for purposes of thought, man may consider himself at the middle point, from which extends above him an unending series of steps upon steps of higher beings of all grades — growing constantly less material and more spiritual, and greater in all senses — towards an ineffable point. And there the imagination stops, not because the series itself stops, but because our thought can reach no farther out nor in. And similar to this series, an infinitely great series of beings and states of beings descends downwards (to use human terms) — downwards and downwards, until there again the imagination stops, merely because our thought can go no farther.
The summit, the acme, the flower, the highest point (or the hyparxis) of any series of animate and „inanimate“ beings, whether we enumerate the stages or degrees of the series as seven or ten or twelve (according to whichever system we follow), is the divine unity for that series or hierarchy, and this hyparxis or highest being is again in its turn the lowest being of the hierarchy above it, and so extending onwards forever — each hierarchy manifesting one facet of the divine kosmic life, each hierarchy showing forth one thought, as it were, of the divine thinkers.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 56-58
Imagination
Das große Problem der Menschheit ist, dass ihre Mitglieder den Wert der Imagination, mit der sie gesegnet sind, nicht richtig einschätzen. Wird Imagination als befreiende Macht erkannt, erzeut sie Glanzstücke der Dichtung und Kunst, die wir so sehr bewundern, und wenn das Denken in der richtigen Weise von dieser Macht geleitet wird, wird es uns alle erheben.
Ich glaube nicht an Wunder, aber ich vertrete die Ansicht, dass die Imagination eine wundervolle schöpferische Macht besitzt. Ich behaupte: Wenn wir sie sich in die Welt des spirituellen und kreativen Denkens emporschwingen lassen – und uns nicht davor fürchten, sie gewähren zu lassen –, kann sie erschaffen, was uns wirklich als Wunder erscheint.
Doch die Imagination ist wie alle Dinge dual. In ihren niederen Formen hat sie eine ebenso zerstörerische Macht wie sie in ihren höheren Formen kreativ und konstruktiv ist.
[Imagination]
The great trouble with the human race is that its members do not rightly value the imagination with which they are blessed. It is imagination, recognized as a liberating power, that produces the gems of poetry and art which we so much admire, and it is the mind properly guided by this power which will elevate us all.
I do not believe in miracles, but I hold that the imagination has a wonderful and creative power. I hold that if we let it soar in the world of spiritual and creative thought — and are not afraid to let it soar — it can create what truly seem to be miraculous things.
Yet the imagination, like all things, is dual. Along lower lines it is as disintegrative in its power as it is creative and constructive on higher lines.
Katherine Tingley: Theosophy – The Path of the Mystic, Point Loma 1922, 48 f.
Innerer Gott
Der innere Gott im Menschen, des Menschen eigene innere, essentielle Göttlichkeit, ist die Wurzel von ihm, aus der hervor alle Inspirationen des Genies, alle Antriebe zur Besserung in inspirierenden Strömen in den psychologischen Apparat seiner Konstitution fließen. Alle Kräfte, alle Fähigkeiten, alle Charakteristika der Individualität, die durch Evolution in individueller Manifestation erblühen, sind die Früchte des Wirkens dieser lebengebenden und inspirierenden Ströme spiritueller Energie in der Konstitution des Menschen.
Das strahlende Licht, das aus jenem unsterblichen Zentrum oder Kern unseres innersten Wesens hervorströmt, das unser innerer Gott ist, erleuchtet den Weg für jeden von uns; und dieses Licht ist die Quelle all unserer idealen Vorstellungen. Durch dieses strahlende Licht in unseren Herzen können wir unsere Füße so lenken, dass wir die wunderbaren Vorstellungen, die wir als bloß menschliche Wesen schwach oder deutlich wahrnehmen, wie der Fall auch sein mag, im täglichen Leben in einem immer größeren Ausmaß verwirklichen.
Das göttliche Feuer, das die universale Natur durchdringt, ist die Quelle des individualisierten göttlichen Feuers, das von des Menschen innerem Gott kommt.
Moderne Christen mir einer mystischen Neigung des Gemüts nennen den inneren Gott den immanenten Christus oder innewohnenden Christos; im Buddhismus wird er der lebendige Buddha im Innern genannt; im Brahmanismus wird von ihm als dem Brahmâ in seinem Brahmapura oder seiner Brahmâ-Stadt gesprochen, die die innere Konstitution ist.
Somit erkennt das nachdenkliche und mystische Gemüt intuitiv, dass eine göttliche Flamme, ein göttliches Leben, ein göttliches Licht – nenne es, wie es dir gefällt – durch es wirkt und dass dieses, mit welchem Namen auch immer wir es benennen, er selbst ist, sein essentielles Selbst.
Inner God
The inner god in man, man’s own inner, essential divinity, is the root of him, whence flow forth in inspiring streams into the psychological apparatus of his constitution all the inspirations of genius, all the urgings to betterment. All powers, all faculties, all characteristics of individuality, which blossom through evolution into individual manifestation, are the fruitage of the working in man’s constitution of those life-giving and inspiring streams of spiritual energy.
The radiant light which streams forth from that immortal center or core of our inmost being, which is our inner god, lightens the pathway of each one of us; and it is from this light that we obtain ideal conceptions. It is by this radiant light in our hearts that we can guide our feet towards an ever larger fulfilling in daily life of the beautiful conceptions which we as mere human beings dimly or clearly perceive, as the case may be.
The divine fire which moves through universal Nature is the source of the individualized divine fire coming from man’s inner god.
The modern Christians of a mystical bent of mind call the inner god the Christ Immanent, the immanent Christos; in Buddhism it is called the living Buddha within; in Brahmanism it is spoken of as the Brahma in his Brahmapura or Brahma-city, which is the inner constitution.
Hence, call it by what name you please, the reflective and mystical mind intuitively realizes that there works through him a divine flame, a divine life, a divine light, and that this by whatever name we may call it, is himself, his essential SELF.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 66 f.
Karma
(Karman, Sanskrit) Dies ist eine substantivische Form, die von der Wortwurzel kri mit der Bedeutung „tun“, „machen“ kommt. Wörtlich bedeutet karma „Tun“, „Machen“, Handlung. Wird es aber in einem philosophischen Sinn benutzt, hat es eine technische Bedeutung, und diese technische Bedeutung kann am besten mit dem Wort Auswirkung übersetzt werden. Der Gedankengang ist: Wenn eine Wesenheit handelt, handelt sie von innen aus; sie handelt, indem sie in größerem oder geringerem Grad ihre eigene, angeborene Energie verausgabt. Diese Ausgabe von Energie, dieses Ausfließen von Energie, wirkt auf das umgebende Milieu ein, auf die Natur um uns herum, und verursacht so eine sofortige oder vielleicht auch verzögerte Reaktion oder Rückwirkung der Natur. Anders ausgedrückt: Die Natur reagiert auf die Einwirkung, und die Kombination dieser beiden Wirkungen – der Energie, die auf die Natur einwirkt, und der Natur, die auf die Einwirkung dieser Energie reagiert – wird Karma genannt, das eine Kombination beider Faktoren ist. Karma ist mit anderen Worten essentiell eine Kette von Verursachung, die sich in die Unendlichkeit der Vergangenheit zurück erstreckt und daher notwendigerweise bestimmt ist, sich in die Unendlichkeit der Zukunft auszubreiten. Es ist unentrinnbar, weil es in der universalen Natur enthalten ist, die unbegrenzt und daher überall und zeitlos ist. Früher oder später wird die Wesenheit, die es auslöste, zwangsläufig die Rückwirkung verspüren.
Es ist eine sehr alte Lehre, die allen Religionen und Philosophien bekannt ist, und seit der Renaissance wissenschaftlicher Studien im Abendland ist sie zu einem der grundsätzlichen Postulate modernen koordinierten Wissens geworden. Wenn du einen Kieselstein in einen Teich wirfst, verursacht er Wellen im Wasser, und diese Wellen breiten sich aus und wirken schließlich auf das den Teich umgebende Ufer ein; und die moderne Wissenschaft sagt uns, dass die Wellen in Vibrationen verwandelt werden, die nach außen in die Unendlichkeit getragen werden. Doch auf jedem Schritt dieses natürlichen Vorgangs reagieren jedes einzelne und sämtliche der Myriaden atomischer Partikel, die von der sich ausbreitenden Energie berührt werden, entsprechend auf sie zurück.
Karma ist auf der einen Seite in keinem Sinn des Wortes Fatalismus und auf der anderen Seite auch nicht das, was allgemein als „Zufall“ bekannt ist. Es ist essentiell eine Lehre des freien Willens, denn naturgemäß ist die Wesenheit, die eine Bewegung oder Handlung ins Leben ruft – ob spirituell, mental, psychologisch, physisch oder andersgeartet –, danach für die Form der Folgen und Wirkungen verantwortlich, die sich daraus ergeben und früher oder später auf den Handelnden oder ersten Beweger zurückprallen.
Da alles mit allem anderen ineinander verschachtelt und miteinander verbunden und untereinander vermischt ist und kein Ding und kein Wesen für sich allein leben kann, werden notwendigerweise andere Wesenheiten in geringerem oder größerem Ausmaß von den Ursachen oder Bewegungen berührt, die von jeder individuellen Wesenheit in Gang gesetzt werden …
Karma
(Karman, Sanskrit) This is a noun-form coming from the root kri meaning „to do,“ „to make.“ Literally karma means „doing,“ „making,“ action. But when used in a philosophical sense, it has a technical meaning, and this technical meaning can best be translated into English by the word consequence. The idea is this: When an entity acts, he acts from within; he acts through an expenditure in greater or less degree of his own native energy. This expenditure of energy, this outflowing of energy, as it impacts upon the surrounding milieu, the nature around us, brings forth from the latter perhaps an instantaneous or perhaps a delayed reaction or rebound. Nature, in other words, reacts against the impact; and the combination of these two — of energy acting upon nature and nature reacting against the impact of that energy — is what is called karma, being a combination of the two factors. Karma is, in other words, essentially a chain of causation, stretching back into the infinity of the past and therefore necessarily destined to stretch into the infinity of the future. It is unescapable, because it is in universal nature, which is infinite and therefore everywhere and timeless; and sooner or later the reaction will inevitably be felt by the entity which aroused it.
It is a very old doctrine, known to all religions and philosophies, and since the renascence of scientific study in the Occident has become one of the fundamental postulates of modern coordinated knowledge. If you toss a pebble into a pool, it causes ripples in the water, and these ripples spread and finally impact upon the bank surrounding the pool; and, so modern science tells us, the ripples are translated into vibrations, which are carried outward into infinity. But at every step of this natural process there is a corresponding reaction from every one and from all of the myriads of atomic particles affected by the spreading energy.
Karma is in no sense of the word fatalism on the one hand, nor what is popularly known as chance, on the other hand. It is essentially a doctrine of free will, for naturally the entity which initiates a movement or action — spiritual, mental, psychological, physical, or other — is responsible thereafter in the shape of consequences and effects that flow therefrom, and sooner or later recoil upon the actor or prime mover.
Since everything is interlocked and interlinked and interblended with everything else, and no thing and no being can live unto itself alone, other entities are of necessity, in smaller or larger degree, affected by the causes or motions initiated by any individual entity …
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 80 f.
Leere
Sie [die alten griechischen Theoretiker der Atomistischen Schule der Philosophen] hatten mit το κένον (to kenon) – dies sind die griechischen Worte, die gewöhnlich mit ,Vakuum‘ oder ,Leere‘ übersetzt werden – nicht das im Sinn, was dieses Wort im modernen Verständnis bedeutet: äußerste und absolute Leerheit. Sie meinten die Abwesenheit von Materie, die Objekt der Wahrnehmung der menschlichen Sinne ist; sondern die eigentliche Grundlage ihres Denkens war die Existenz eines ätherischen Feldes oder Ozeans im Raum – der RAUM selbst, wenn richtig verstanden –, der im Vergleich zur Grobheit der illusorischen physischen Materie die ,Leere‘ genannt wurde.
[Void]
They [the old Greek theorists of the Atomistic School of philosophers] did not mean by το κένον (to kenon) – which are the Greek words usually translated by ,vacuum‘ – ,void‘, what this word is understood to signify in modern times, utter or absolute emptiness. They meant an absence of the matter which is subject to perception by the senses of man; but the very basis of their thought was the existence of an ethereal field or ocean in Space – when properly understood, SPACE itself – which by comparison with the grossness of illusory physical matter was called the ,Void‘.
Gottfried de Purucker: The Esoteric Tradition, Volume I, S. 421
Menschliche Seele
Die menschliche Seele ist, allgemein gesprochen, die Zwischennatur der Konstitution des Menschen, und da sie ein unvollkommenes Wesen ist, wird sie in die Inkarnation auf Erden zurückgezogen, in der sie in dieser Sphäre des universalen Lebens notwendige Lektionen lernt.
Ein anderer Ausdruck für die menschliche Seele ist Ego – ein Sprachgebrauch, der mehr verbreitet als richtig ist, denn das menschliche Ego ist gewissermaßen die Seele der menschlichen Seele, während die menschliche Seele sein Vehikel ist. Das Ego ist das, was in jedem von uns sagt: „Ich bin ich und nicht du!“ Es ist das Kind des innewohnenden Selbstes, und dadurch dass es als ein Strahl des beherrschenden innewohnenden Selbstes in der Materie gefangen ist, lernt es, sein Bewusstsein auf sich selbst zurück zu spiegeln und sich so als selbstbewusst und fremdbewusst wahrzunehmen, das heißt als sich selbst erkennend und das „Nicht-Selbst“ oder andere Selbste erkennend.
Geradeso wie unsere höhere und höchste Natur durch diese menschliche Seele oder Zwischennatur des Menschen wirken, so wirkt und arbeitet diese Letztere ihrerseits durch Körper oder Vehikel oder Hüllen aus mehr oder weniger ätherischen Materien, die sie umgeben und umschließen und natürlich noch niedriger sind als sie selbst und ihr daher die Mittel geben, mit unseren eigenen niederen und niedrigsten Ebenen der Materie in Kontakt zu treten, und diese niederen Ebenen versorgen uns mit den vital-astral-physischen Teilen unserer Konstitution. Diese menschliche Seele oder Zwischennatur manifestiert sich daher so gut sie kann durch und mittels des astral-physischen Vehikels, und das Letztere ist unser Körper von menschlichem Fleisch.
In der theosophischen Einteilung ist die menschliche Seele in die höhere und die niedere menschliche Seele unterteilt. Die höhere menschliche Seele ist aus dem niederen Buddhi und dem höheren Manas zusammengesetzt, und das ihr entsprechende Selbst ist der Bhûtâtman, das „Selbst von dem, was gewesen ist“, oder das reinkarnierende Ego. Die niedere menschliche Seele umfasst das niedere Manas und Kâma, und das ihr entsprechende Selbst ist der Prânâtman oder das astrale persönliche Ego, das sterblich ist.
Human soul
The human soul, speaking generally, is the intermediate nature of man’s constitution, and being an imperfect thing it is drawn back into incarnation on earth where it learns needed lessons in this sphere of the universal life.
Another term for the human soul is the ego — a usage more popular than accurate, because the human ego is the soul of the human soul so to speak, the human soul being its vehicle. The ego is that which says in each one of us, „I am I, not you!“ It is the child of the immanent Self; and through its imprisonment in matter as a ray of the overruling immanent Self, it learns to reflect its consciousness back upon itself, thus obtaining cognition of itself as self-conscious and hetero-conscious, i.e., knowing itself, and knowing „non-self“ or other selves.
Just as our higher and highest nature work through this human soul or intermediate nature of us, so does this last in its turn work and function through bodies or vehicles or sheaths of more or less etherealized matters which surround and enclose it, which are of course still lower than itself, and which therefore give it the means of contacting our own lower and lowest planes of matter; and these lower planes provide us with the vital-astral-physical parts of us. This human soul or intermediate nature manifests therefore as best it can through and by the astral-physical vehicle, the latter our body of human flesh.
In the theosophical classification, the human soul is divided into the higher human soul, composed of the lower buddhi and the higher manas — and the self corresponding to it is the bhutatman, meaning the „self of that which has been“ or the reincarnating ego — and the lower human soul, the lower manas and kama, and the self corresponding to it is pranatman or astral personal ego, which is mortal.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 59 f.
Persönlichkeit
Theosophen unterscheiden klar und deutlich zwischen zwischen Persönlichkeit und Individualität. Der Unterschied liegt nicht in der Essenz, sondern in der Qualität. Der Begriff Persönlichkeit geht auf das lateinische Wort persona zurück, das eine Maske bedeutet, durch die der Schauspieler, die spiritulle Individualität, spricht. Die Persönlichkeit ist der gesamte niedere Mensch: alle psychischen, astralen und physischen Impulse, Gedanken, Neigungen und so weiter. Sie ist die Reflexion der Individualität in die Materie; da sie aber etwas Materielles ist, kann sie uns abwärts führen, auch wenn sie in der Essenz eine Reflexion des Höchsten ist. Wenn wir uns von dem beherrschenden Einfluss der Person, der Maske, des Schleiers, durch den die Individualität tätig ist, befreien, dann bringen wir alle spirituellen und sogenannten übermenschlichen Eigenschaften zum Ausdruck. Und dies wird in der Zukunft geschehen, in den weit entfernten Äonen der Zukunft, wenn jedes menschliche Wesen ein Buddha geworden sein wird, ein Christus. Derart ist das Schicksal der menschlichen Rasse.
Im Okkultismus entspricht der Unterschied zwischen der Persönlichkeit und der unsterblichen Individualität dem, der zwischen der niederen Vierheit oder den vier niederen Prinzipien der menschlichen Konstitution und den drei höheren Prinzipien der Konstitution oder der höheren Triade getroffen wird. Die höhere Triade ist die Individualität; die Persönlichkeit ist die niedere Vierheit. Die Kombination dieser beiden in eine Einheit während einer Lebenszeit auf Erden bringt hervor, was wir nun das menschliche Wesen nennen. Die Persönlichkeit umfasst in ihrem Spektrum alle Charakteristika, Erinnerungen, Impulse und karmischen Attribute eines physischen Lebens; während die Individualität das äonische Ego ist, unvergänglich und todlos für die Periode eines Sonnenmanvantaras. Durch ihren Strahl oder die menschliche astral-vitale Monade reinkarniert die Individualität immer wieder und kleidet sich so in eine Persönlichkeit nach der anderen.
Personality
Theosophists draw a clear and sharp distinction, not of essence but of quality, between personality and individuality. Personality comes from the Latin word persona, which means a mask, through which the actor, the spiritual individuality, speaks. The personality is all the lower man: all the psychical and astral and physical impulses and thoughts and tendencies, and what not. It is the reflection in matter of the individuality; but being a material thing it can lead us downwards, although it is in essence a reflection of the highest. Freeing ourselves from the domination of the person, the mask, the veil, through which the individuality acts, then we show forth all the spiritual and so-called superhuman qualities; and this will happen in the future, in the far distant aeons of the future, when every human being shall have become a buddha, a christ. Such is the destiny of the human race.
In occultism the distinction between the personality and the immortal individuality is that drawn between the lower quaternary or four lower principles of the human constitution and the three higher principles of the constitution or higher triad. The higher triad is the individuality; the personality is the lower quaternary. The combination of these two into a unity during a lifetime on earth produces what we now call the human being. The personality comprises within its range all the characteristics and memories and impulses and karmic attributes of one physical life; whereas the individuality is the aeonic ego, imperishable and deathless for the period of a solar manvantara. It is the individuality through its ray or human astral-vital monad which reincarnates time after time and thus clothes itself in one personality after another personality.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 123 f.
Prinzipien des Menschen
Die sieben Prinzipien des Menschen sind ein Abbild oder vielmehr eine Kopie der sieben kosmischen Prinzipien. Sie sind tatsächlich die Nachkommenschaft oder Reflexion der sieben kosmischen Prinzipien, die in ihrer Tätigkeit in uns durch die Auswirkungen des Gesetzes von Karma begrenzt sind, aber in ihrem Ursprung auf Jenes zurückgehen, das jenseits ist: auf Jenes, das die Essenz des Universums oder des Universalen ist – oberhalb, jenseits, innerhalb; auf das Unmanifestierte, auf das Unmanifestierbare, auf jenes erste Prinzip, das H. P. Blavatsky als den leitenden Gedanken der Weisheits-Philosophie der Geheimlehre verkündet.
Die Philosophie, die uns im gegenwärtigen Zeitalter das menschliche psychische und spirituelle System öffentlich erklärt hat, rechnet mit sieben dieser Prinzipien des Menschen. In anderen Zeitaltern wurden diese Prinzipien oder Teile des Menschen verschiedenartig gezählt – die Christen nannten sie Körper, Seele und Geist und verallgemeinerten die sieben unter diesen drei Oberbegriffen. …
Theosophen verwenden in ihrer aktuellen Literatur der leichteren Handhabung halber oft eine Art, die zusammengesetzte Konstitution des Menschen aufzufassen, die eine Aufteilung seiner Natur in eine Dreiheit darstellt, also eine Aufteilung in drei Teile. Diese sind Geist, Seele und Körper und in dieser Hinsicht mit der verallgemeinerten christlich-theosophischen Aufteilung identisch. Wenn wir dieser Trichotomie folgen, sind die drei Teile des Menschen folglich: als erster und höchster der göttliche Geist oder die göttliche Monade des Menschen, die ihre Wurzeln im Universum hat, die als Geist mit dem Universum verbunden und in einem höchst mystischen Sinn ein Strahl des Alls ist; als zweiter der dazwischen liegende Teil, die spirituelle Monade, die in ihren höheren und niederen Aspekten die spirituelle und die menschliche Seele ist; dann als dritter und niedrigster Teil der zusammengesetzten Konstitution des Menschen der vital-astral-physische Teil, der aus materiellen oder quasi-materiellen Lebensatomen besteht.
Principles of man
The seven principles of man are a likeness or rather copy of the seven cosmic principles. They are actually the offspring or reflection of the seven cosmic principles, limited in their action in us by the workings of the law of karma, but running in their origin back into THAT which is beyond: into THAT which is the essence of the universe or the universal — above, beyond, within, to the unmanifest, to the unmanifestable, to that first principle which H. P. Blavatsky enunciates as the leading thought of the wisdom-philosophy of The Secret Doctrine.
These principles of man are reckoned as seven in the philosophy by which the human spiritual and psychical economy has been publicly explained to us in the present age. In other ages these principles or parts of man were differently reckoned — the Christian reckoned them as body, soul, and spirit, generalizing the seven under these three heads. …
Theosophists for convenience often employ in their current literature a manner of viewing man’s composite constitution which is the dividing of his nature into a trichotomy, meaning a division into three, being spirit, soul, and body, which in this respect is identical with the generalized Christianized theosophical division. Following this trichotomy, man’s three parts, therefore, are: first and highest, the divine spirit or the divine monad of him, which is rooted in the universe, which spirit is linked with the All, being in a highly mystical sense a ray of the All; second, the intermediate part, or the spiritual monad, which in its higher and lower aspects is the spiritual and human souls; then, third, the lowest part of man’s composite constitution, the vital-astral-physical part of him, which is composed of material or quasi-material life-atoms.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 133 f.
Reinkarnation
Dieses Wort ist aus dem Lateinischen abgeleitet und bedeutet „Wieder-Einfleischen“, das wieder in einen menschlichen Körper Eiintreten einer exkarnierten menschlichen Seele. Die wiederholte Wiederverkörperung des reinkarnierenden menschlichen Egos in Vehikel von menschlichem Fleisch ist ein spezieller Fall der allgemeinen Lehre von der Wiederverkörperung. Diese allgemeine Lehre von der Wiederverkörperung bezieht sich nicht nur auf den Menschen, sondern auf alle Bewusstseinszentren oder Monaden welcher Art auch immer, wo auch immer sie auf der evolutionären Lebensleiter stehen und was auch immer ihr besonderer Entwicklungsgrad auf dieser Leiter ist.
Die Bedeutung dieser allgemeinen Lehre ist in der Tat äußerst einfach: Jedes Lebens-Bewusstseins-Zentrum, mit anderen Worten, jede Monade oder monadische Essenz, wiederverkörpert sich wiederholt in verschiedenen Vehikeln oder Körpern, um das geläufige Wort zu benutzen. Diese Körper können spirituell oder physisch sein, sie können aber auch von einer Natur zwischen diesen beiden sein, also ätherisch. Diese Regel der Natur, die für alle Monaden ohne Ausnahme gilt, findet in allen verschiedenen Reichen des sichtbaren und unsichtbaren Universums Anwendung, auf all seinen verschiedenen Ebenen und in all seinen verschiedenen Welten.
Reincarnation
An anglicized word of Latin derivation, meaning „reinfleshment,“ the coming again into a human body of an excarnate human soul. The repetitive reimbodiment of the reincarnating human ego in vehicles of human flesh — this being a special case of the general doctrine of reimbodiment. This general doctrine of reimbodiment applies not solely to man, but to all centers of consciousness whatsoever, or to all monads whatsoever — wheresoever they may be on the evolutionary ladder of life, and whatsoever may be their particular developmental grade thereon.
The meaning of this general doctrine is very simple indeed. It is as follows: every life-consciousness-center, in other words, every monad or monadic essence, reincorporates itself repeatedly in various vehicles or bodies, to use the popular word. These bodies may be spiritual, or they may be physical, or they may be of a nature intermediate between these two, i.e., ethereal. This rule of nature, which applies to all monads without exception, takes place in all the different realms of the visible and invisible universe, and on all its different planes, and in all its different worlds.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 142 f.
Reinkarnierendes Ego
Wenn wir die Methode nutzen, die menschlichen Prinzipien in eine Dreiheit aus einer oberen Duade, einer mittleren Duade und einer niederen Triade aufzuteilen – oder im Einzelnen aus Geist, Seele und Körper –, ist die zweite oder mittlere Duade, Manas-Kâma oder die Zwischennatur, der gewöhnliche Sitz des menschlichen Bewusstseins und besteht selbst aus zwei qualitativ unterschiedlichen Teilen: einem oberen oder emporstrebenden Teil, der gewöhnlich das reinkarnierende Ego oder das höhere Manas genannt wird, und einem niedrigeren, zu materiellen Dingen angezogenen Teil, der der Brennpunkt von dem ist, was sich im durchschnittlichen Menschen als das menschliche Ego zum Ausdruck bringt, als sein alltäglicher gewöhnlicher Sitz des Bewusstseins.
Wenn der Tod eintritt, sinken die sterblichen und materiellen Teile in Vergessenheit; während das reinkarnierende Ego die besten und edelsten Teile der spirituellen Erinnerungen des gewesenen Menschen in das Devachan oder die Himmelwelt der nachtodlichen Ruhe und Erholung trägt, wo das Ego im Schoß der Monade oder der monadischen Essenz in einem Zustand vollendeten und äußersten Glücks und Friedens verbleibt. Dabei wiederholt und überbietet es in seiner eigenen seligen Imagination beständig all die unerfüllten spirituellen Sehnsüchte und Wünsche des gerade beendeten Lebens, die seine natürlichen kreativen Fähigkeiten der jetzt im Devachan befindlichen Wesenheit automatisch eingeben.
Doch die oben erwähnte Monade zieht in ihren Wanderungen von der Erde aus von Sphäre zu Sphäre und nimmt dabei das reinkarnierende Ego, das wir mit einem einfachen Ausdruck als Erdenkind bezeichnen können, in ihrem Schoß mit, wo dieses reinkarnierende Ego in einem Zustand vollkommenen Glücks und Friedens ruht, bis die Zeit kommt, in der es, nachdem es alle unsichtbaren Reiche durchlaufen hat, die durch Ketten der Verursachung mit unserem eigenen Planeten verbunden sind, langsam wieder durch diese höheren Zwischenebenen erdenwärts „absteigt“. In gleichem Maß beginnt das reinkarnierende Ego langsam zu selbstbewusster Aktivität zu erwachen. Allmählich fühlt es, zuerst ihm selbst unbewusst, die Anziehung zur Erde, die aus den karmischen Samen des Denkens und Fühlens und den Impulsen entsteht, die im vorhergehenden Leben auf Erden gesät wurden und nun zu erwachen beginnen. Und während diese Anziehungen stärker werden, mit anderen Worten, während das reinkarnierende Ego in vollständigerem Ausmaß erwacht, entdeckt es, dass es von einer starken psycho-magnetischen Anziehung beherrscht wird, die es zur Erdsphäre zieht.
Schließlich kommt die Zeit, in der es stark zu der Familie auf Erden gezogen wird, deren karmische Anziehungen oder deren karmischer Status oder Zustand den eigenen Charakteristika am nächsten kommt. Dann tritt es in den menschlichen Samen ein, oder es heftet sich aufgrund der psycho-magnetischen Anziehung an ihn, und dieser Same wird zum Körper des zukünftigen menschlichen Wesens erwachsen. So findet Reinkarnation statt, und das reinkarnierende Ego erwacht im Körper eines kleinen Kindes wieder zum Leben auf Erden.
Reincarnating Ego
In the method of dividing the human principles into a trichotomy of an upper duad, an intermediate duad, and a lower triad — or distributively spirit, soul, and body — the second or intermediate duad, manas-kama, or the intermediate nature, is the ordinary seat of human consciousness, and itself is composed of two qualitative parts: an upper or aspiring part, which is commonly called the reincarnating ego or the higher manas, and a lower part attracted to material things, which is the focus of what expresses itself in the average man as the human ego, his everyday ordinary seat of consciousness.
When death occurs, the mortal and material portions sink into oblivion; while the reincarnating ego carries the best and noblest parts of the spiritual memory of the man that was into the devachan or heaven world of postmortem rest and recuperation, where the ego remains in the bosom of the monad or of the monadic essence in a state of the most perfect and utter bliss and peace, constantly reviewing and improving upon in its own blissful imagination all the unfulfilled spiritual yearnings and longings of the life just closed that its naturally creative faculties automatically suggest to the entity now in the devachan.
But the monad above spoken of passes from sphere to sphere on its peregrinations from earth, carrying with it the reincarnating ego, or what we may for simplicity of expression call the earth-child, in its bosom, where this reincarnating ego is in its state of perfect bliss and peace, until the time comes when, having passed through all the invisible realms connected by chains of causation with our own planet, it slowly „descends“ again through these higher intermediate spheres earthwards. Coincidently does the reincarnating ego slowly begin to reawaken to self-conscious activity. Gradually it feels, at first unconsciously to itself, the attraction earthwards, arising out of the karmic seeds of thought and emotion and impulse sown in the preceding life on earth and now beginning to awaken; and as these attractions grow stronger, in other words as the reincarnating ego awakens more fully, it finds itself under the domination of a strong psychomagnetic attraction drawing it to the earth-sphere.
The time finally comes when it is drawn strongly to the family on earth whose karmic attractions or karmic status or condition are the nearest to its own characteristics; and it then enters, or attaches itself to, by reason of the psychomagnetic attraction, the human seed which will grow into the body of the human being to be. Thus reincarnation takes place, and the reincarnating ego reawakens to life on earth in the body of a little child.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 141 f.
Seele
Dieses Wort bedeutet in der alten Weisheit „Vehikel“ und upâdhi – das Ausdrucksmittel oder irgendein Ausdrucksmittel, in dem die Monade in irgendeiner Manifestationssphäre ihr Schicksal ausarbeitet. Eine Seele ist eine Wesenheit, die durch Erfahrungen evolviert wird. Sie ist nicht ein Geist, sondern eine Ausdrucksfom des Geistes – der Monade. Sie manifestiert sich in der Materie, indem sie ein substantieller Teil der niederen Essenz des Geistes ist. … Der Geist oder die Monade manifestiert sich in sieben Vehikeln, und jedes dieser Vehikel ist eine Seele. …
Unsere Lehren gestehen jedem belebten Ding eine Seele zu, nicht eine menschliche, göttliche oder spirituelle Seele, sondern eine Seele, die seinem eigenen Typ entspricht. Was es ist, was sein Typ ist, hängt tatsächlich von seiner Seele ab; daher können wir zutreffend davon sprechen, dass die verschiedenen Tiere die eine oder andere Seele haben: eine „Entenseele“, eine „Straußenseele“, eine „Stierseele“, eine „Kuhseele“ und so fort. Die Wesenheiten unter dem Menschen – in diesem Fall die Tiere, als ein Reich betrachtet – sind durch die verschiedenen Seelen in jedem Tier in die verschiedenen Tierfamilien unterschieden. Natürlich stehen hinter der Seele, der es entspringt, in jeder individuellen Wesenheit all die anderen Prinzipien, die auch den Menschen beseelen; doch all diese höheren Prinzipien sind im Tier latent.
Allgemein jedoch können wir sagen, dass die „Seele“ der Zwischenteil zwischen dem todlosen und unsterblichen Geist auf der einen Seite und der gänzlich sterblichen physischen Form auf der anderen Seite ist. Die Seele ist daher der Zwischenteil der menschlichen Konstitution. In dieser Verbindung muss sorgfältig angemerkt werden, dass „Seele“ als ein in der esoterischen Philosophie verwendeter Ausdruck zwar tatsächlich essentiell ein „Vehikel“ oder eine „Hülle“ bedeutet, dass dieses „Vehikel“ oder diese „Hülle“ aber dennoch eine belebte oder lebende Wesenheit ist, in dem gleichen Sinn, wie der physische Körper zwar die Hülle oder das Vehikel der anderen Teile der Konstitution des Menschen ist, aber dennoch in sich ein einzelnes, belebtes, personalisiertes Wesen.
Soul
This word in the ancient wisdom signifies „vehicle,“ and upadhi — that vehicle, or any vehicle, in which the monad, in any sphere of manifestation, is working out its destiny. A soul is an entity which is evolved by experiences; it is not a spirit, but it is a vehicle of a spirit — the monad. It manifests in matter through and by being a substantial portion of the lower essence of the spirit. … The spirit or monad manifests in seven vehicles, and each one of these vehicles is a soul. …
Our teachings give to every animate thing a soul — not a human soul, or a divine soul, or a spiritual soul — but a soul corresponding to its own type. What it is, what its type is, actually comes from its soul; hence we properly may speak of the different beasts as having one or the other, a „duck soul,“ an „ostrich soul,“ a „bull“ or a „cow soul,“ and so forth. The entities lower than man — in this case the beasts, considered as a kingdom, are differentiated into the different families of animals by the different souls within each. Of course behind the soul from which it springs there are in each individual entity all the other principles that likewise inform man; but all these higher principles are latent in the beast.
Speaking generally, however, we may say that the soul is the intermediate part between the spirit which is deathless and immortal on the one hand and, on the other hand, the physical frame, entirely mortal. The soul, therefore, is the intermediate part of the human constitution. It must be carefully noted in this connection that soul as a term employed in the esoteric philosophy, while indeed meaning essentially a „vehicle“ or „sheath,“ this vehicle or sheath is nevertheless an animate or living entity much after the manner that the physical body, while being the sheath or vehicle of the other parts of man’s constitution, is nevertheless in itself a discrete, animate, personalized being.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 158 f.
Tod
Der Tod tritt ein, wenn die Konstitution des Menschen völlig zusammenbricht; dieses Zusammenbrechen geschieht aber nicht plötzlich, mit Ausnahme natürlich der Fälle, in denen ein tödlicher Unfall oder ein Selbstmord vorliegt. Dem Tod geht immer eine gewisse Zeit voraus, die in jedem individuellen Fall unterschiedlich lang sein kann, die die monadische Individualität benötigt, um sich aus einer Inkarnation zurückzuziehen, und dieses Zurückziehen geht natürlich gleichzeitig mit einem Zerfall des siebenprinzipigen Wesens einher, das der Mensch in seiner physischen Inkarnation ist. Dieser Zerfall geht der physischen Auflösung voraus und ist eine Vorbereitung des Bewusstseinszentrums auf die bevorstehende Existenz in den unsichtbaren Reichen. Dieses Zurückziehen ist in Wirklichkeit eine Vorbereitung auf das zukünftige Leben in unsichtbaren Reichen, und wenn eine siebenfältige Wesenheit auf dieser Erde so zerfällt, kann in Wahrheit von ihr gesagt werden, dass sie sich der Wiedergeburt in der nächsten Sphäre nähert.
Physisch tritt der Tod mit dem Aufhören der Tätigkeit des pulsierenden Herzens ein. Es gibt einen letzten Herzschlag, und diesem folgt eine sofortige, augenblickliche Bewusstlosigkeit, denn die Natur ist in diesen Dingen sehr barmherzig. Doch der Tod ist noch nicht vollständig, denn das Gehirn ist das letzte Organ des physischen Körpers, das wirklich stirbt, und nachdem das Herz zu schlagen aufgehört hat, bleiben das Gehirn und sein Gedächtnis noch für einige Zeit aktiv, und das menschliche Ego geht im Rückblick, wenn auch unbewusst, für diese kurze Zeitdauer durch jedes Ereignis der vorausgegangenen Lebens. Dieses größere oder kleinere panoramische Bild des Vergangenen erscheint sozusagen vollständig automatisch. Doch das Seelen-Bewusstsein des reinkarnierenden Egos betrachtet diesen wundervollen Rückblick Ereignis für Ereignis, einen Rückblick, der den gesamten Verlauf des Denkens und Handelns des soeben beendeten Lebens umfasst. Die Wesenheit ist in dieser Zeit völlig unbewusst für alles andere. Zeitweilig lebt sie in der Vergangenheit, und das Gedächtnis zieht aus der âkâsischen Aufzeichnung sozusagen Ereignis nach Ereignis heraus, bis zur kleinsten Einzelheit, geht sie alle im Rückblick durch, in regelmäßiger Ordnung vom Anfang bis zum Ende, und sieht so sein gesamtes vergangenes Leben als ein alles enthaltendes Panorama von aufeinanderfolgenden Bildern.
In diesen Vorgang sind sehr bestimmte ethische und psychologische Gründe verwickelt, denn er bildet eine Rekonstruktion sowohl der guten als auch der üblen Taten des vergangenen Lebens und prägt diese als Aufzeichnug der Struktur der spiriutuellen Erinnerung des scheidenden Wesens nachdrücklich ein. Dann sinken die sterblichen und materiellen Teile in Vergessenheit, während das reinkarnierende Ego die besten und edelsten Teile dieser Erinnerungen in das Devachan oder die Himmelwelt der nachtodlichen Ruhe und Erholung trägt. So kommt das Tod genannte Ende; und vollständige und ungestörte Bewusstlosigkeit erfolgt, bis das eintritt, was die Alten den zweiten Tod nannten. …
Auflösung ist das gemeinsame Schicksal aller Dinge, denn alle physischen Dinge sind zusammengesetzt; sie sind nicht absolute Dinge. Sie werden geboren; sie wachsen; sie erreichen Reife; sie genießen, wie es heißt, eine gewisse Lebensspanne in der vollen Blüte ihrer Kräfte; dann „sterben“ sie. Das ist der normale Weg, das auszudrücken, was Menschen Tod nennen; und das entsprechende Adjektiv ist tot, wenn wir sagen, dass solche Dinge oder Wesen tot sind.
Kannst du irgendwo Tod an sich finden? Nein. Du findest nichts als Tätigkeit; du findest nichts als Bewegung; du findest nichts als Wechsel. Nichts steht still oder ist ausgelöscht; was Tod genannt wird, schreit selbst die Tatsache der Bewegung und des Wechsels zu uns heraus. Absolute Trägheit ist in der Natur oder im menschlichen Gemüt unbekannt; sie existiert nicht.
Death
Death occurs when a general break-up of the constitution of man takes place; nor is this break-up a matter of sudden occurrence, with the exceptions of course of such cases as mortal accidents or suicides. Death is always preceded, varying in each individual case, by a certain time spent in the withdrawal of the monadic individuality from an incarnation, and this withdrawal of course takes place coincidently with a decay of the seven-principle being which man is in physical incarnation. This decay precedes physical dissolution, and is a preparation of and by the consciousness-center for the forthcoming existence in the invisible realms. This withdrawal actually is a preparation for the life to come in invisible realms, and as the septenary entity on this earth so decays, it may truly be said to be approaching rebirth in the next sphere.
Death occurs, physically speaking, with the cessation of activity of the pulsating heart. There is the last beat, and this is followed by immediate, instantaneous unconsciousness, for nature is very merciful in these things. But death is not yet complete, for the brain is the last organ of the physical body really to die, and for some time after the heart has ceased beating, the brain and its memory still remain active and, although unconsciously so, the human ego for this short length of time, passes in review every event of the preceding life. This great or small panoramic picture of the past is purely automatic, so to say; yet the soul-consciousness of the reincarnating ego watches this wonderful review incident by incident, a review which includes the entire course of thought and action of the life just closed. The entity is, for the time being, entirely unconscious of everything else except this. Temporarily it lives in the past, and memory dislodges from the akasic record, so to speak, event after event, to the smallest detail: passes them all in review, and in regular order from the beginning to the end, and thus sees all its past life as an all-inclusive panorama of picture succeeding picture.
There are very definite ethical and psychological reasons inhering in this process, for this process forms a reconstruction of both the good and the evil done in the past life, and imprints this strongly as a record on the fabric of the spiritual memory of the passing being. Then the mortal and material portions sink into oblivion, while the reincarnating ego carries the best and noblest parts of these memories into the devachan or heaven-world of postmortem rest and recuperation. Thus comes the end called death; and unconsciousness, complete and undisturbed, succeeds, until there occurs what the ancients called the second death. …
Dissolution is common to all things, because all physical things are composite: they are not absolute things. They are born; they grow; they reach maturity; they enjoy, as the expression runs, a certain term of life in the full bloom of their powers; then they „die.“ That is the ordinary way of expressing what men call death; and the corresponding adjective is dead, when we say that such things or entities are dead.
Do you find death per se anywhere? No. You find nothing but action; you find nothing but movement; you find nothing but change. Nothing stands still or is annihilated. What is called death itself shouts forth to us the fact of movement and change. Absolute inertia is unknown in nature or in the human mind; it does not exist.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 33-35
Universale Bruderschaft
Universale Bruderschaft, wie sie in der esoterischen Philosophie verstanden wird, ist eine erhabene natürliche Tatsache der universalen Natur. Sie bedeutet nicht lediglich eine sentimentale Einheit oder eine einfache politische oder soziale Zusammenarbeit. Ihre Bedeutung geht unvergleichlich weiter und tiefer. Der den Worten in ihrer weitesten Bedeutung oder Tragweite innewohnende Sinn ist die spirituelle Bruderschaft aller Wesen; im Besonderen beinhaltet die Lehre, dass alle menschlichen Wesen untrennbar miteinander verbunden sind, nicht nur durch Bande emotionalen Denkens und Fühlens, sondern durch das wahre Gefüge des Universums selbst, indem alle Menschen – ebenso wie alle Wesen, ob hoch, niedrig oder dazwischen befindlich – der inneren und spirituellen Sonne des Universums als ihre Scharen von spirituellen Strahlen entspringen. Wir alle kommen aus dieser einen Quelle, jener spirituellen Sonne, und sind auf den verschiedenen Ebenen aus denselben Lebensatomen aufgebaut.
Es ist diese innere Einheit des Seins und des Bewusstseins, ebenso wie die äußere Einheit von uns allen, die es uns ermöglicht, die Mysterien des Universums intellektuell und spirituell zu erfassen; denn nicht nur wir selbst und unsere Mitmenschen, sondern auch alle anderen Wesen und Dinge, die existieren, sind Kinder desselben kosmischen Elters, der großen Mutter Natur, auf all ihren sieben (und zehn) Ebenen oder Welten des Seins. Wir haben alle unsere Wurzel in derselben kosmischen Essenz, aus der wir alle am Anfang der ursprünglichen Perioden der Weltevolution hervorgingen und zu der zurück wir alle reisen. Dieses Ineinandergreifen und Verschmelzen der zahllosen Hierarchien von Wesen, die das Universum bilden, breitet sich selbst überallhin aus, in die unsichtbaren Welten ebenso wie in die Welten, die sichtbar sind.
Schießlich ruht auf dieser Tatsache der spirituellen Einheit aller Wesen und Dinge die Basis und Grundlage der menschlichen Ethik, wenn Letztere richtig verstanden wird. In der esoterischen Philosophie ist Ethik keine bloße menschliche Übereinkunft oder ein Regelwerk für Handeln, das für die Verbesserung der Rauheiten im menschlichen Umgang miteinander günstig und geeignet ist, sondern grundlegend für die wahre Struktur und für die unentwirrbar miteinander abgestimmten Tätigkeiten des Universums selbst.
Universal Brotherhood
Universal brotherhood as understood in the esoteric philosophy, and which is a sublime natural fact of universal nature, does not signify merely sentimental unity, or a simple political or social cooperation. Its meaning is incomparably wider and profounder than this. The sense inherent in the words in their widest tenor or purport is the spiritual brotherhood of all beings; particularly, the doctrine implies that all human beings are inseparably linked together, not merely by the bonds of emotional thought or feeling, but by the very fabric of the universe itself, all men — as well as all beings, both high and low and intermediate — springing forth from the inner and spiritual sun of the universe as its hosts of spiritual rays. We all come from this one source, that spiritual sun, and are all builded of the same life-atoms on all the various planes.
It is this interior unity of being and of consciousness, as well as the exterior union of us all, which enables us to grasp intellectually and spiritually the mysteries of the universe; because not merely ourselves and our own fellow human beings, but also all other beings and things that are, are children of the same kosmic parent, great Mother Nature, in all her seven (and ten) planes or worlds of being. We are all rooted in the same kosmic essence, whence we all proceeded in the beginning of the primordial periods of world evolution, and towards which we are all journeying back. This interlocking and interblending of the numberless hierarchies of beings forming the universe itself extends everywhere, in the invisible worlds as well as in the worlds which are visible.
Finally, it is upon this fact of the spiritual unity of all beings and things that reposes the basis and foundation of human ethics when these last are properly understood. In the esoteric philosophy ethics are no mere human convention or rules of action convenient and suitable for the amelioration of the asperities of human intercourse, but are fundamental in the very structure and inextricably coordinated operations of the universe itself.
Gottfried de Purucker: Occult Glossary, 176 f.
Wohin willst du als Nächstes?