Philosophische Konzepte: Zusammengesetztheit

Ohne die Zusammengesetztheit aller Wesen und Welten ist weErst wenn wir erkennen, dass alle Wesen und Welten aus Elementen oder Prinzipien unterschiedlicher Materialität zusammengesetzt sind, können wir Wiedergeburt und Karma überhaupt verstehen. Wir umreißen das Thema einführend und geben Begriffe und Hinweise, die zu einem vertiefenden Studium einladen.

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1. Die Siebenfältigkeit des Menschen

Was genau ist ein Mensch? Die Frage klingt zunächst einfach, ist aber gar nicht so leicht zu beantworten. Im gewöhnlichen Denken wird der Mensch oft mit dem menschlichen Körper gleichgesetzt, doch nur extreme Materialisten werden darauf beharren, dass der Körper alles ist, was den Menschen ausmacht.

Wie wollen wir sonst erklären, dass Menschen miteinander kommunizieren können, planvoll denken und handeln, soziales Verhalten zeigen und sich um Schwächere kümmern, schöpferisch tätig sind und bisweilen eine Wirkung ausstrahlen, die andere in ihren Bann zieht, sie inspiriert und zu Höchstleistungen anspornt? Dass Gehirnzellen Bewusstsein erzeugen, dass Hormone Gefühle bewirken oder dass Neurotransmitter die Ursache von Gedanken sind, ist eine doch sehr einseitig materielle Erklärung, die diese komplexen Fähigkeiten und Phänomene nicht im Ansatz adäquat oder zufriedenstellend erklären kann.

Die meisten der alten Philosophien und Religionen sehen im Gegensatz dazu im Menschen ein primär spirituell-geistiges Wesen. Sie erklären ihn als ein Bewusstseinszentrum, das sich in Phasen der Manifestation durch ein Bündel oder Aggregat von Kräften zum Ausdruck bringt und durch einen materiellen Körper wirkt.

Der griechische Philosoph Platon sah in der Seele die Vermittlerin zwischen dem Geistigen und dem Sinnlichen. Im Phaidros vergleicht er sie mit einem Wagengespann, das von einem widerspenstigen und einem gehorsamen Pferd gezogen wird, die ein Wagenlenker zu beherrschen versucht. Das Gespann illustriert die drei Seelenteile, die Platon unterscheidet: das vernünftig Lenkende, das mutig Tätige und das Begehrende.

In den Überlieferungen wird die Zahl der verschiedenen Komponenten, Elemente oder Prinzipien des Menschen unterschiedlich angegeben. Die klassische Theosophie zählt zusammen mit dem Körper und dem geistigen Ursprung sieben verschiedene Komponenten oder Ebenen. Im Interesse einer eindeutigen Zuordnung nennen wir hier auch die Sanskrit-Ausdrücke, die im indischen Schrifttum verwendet werden.

Die sieben Komponenten des Menschen sind im Leben eng miteinander verbunden, wirken untrennbar zusammen und beeinflussen sich gegenseitig. Abgesehen vom Geist, der als ihre Quelle und das Ziel ihrer Entwicklung angesehen werden kann, entwickeln sich alle beständig weiter, denn das ist der Zweck jeder Periode der Manifestation oder Verkörperung.

In Bezug auf die Evolution können wir den Menschen als ein Kraftfeld betrachten und sehr anschaulich drei Anteile unterscheiden:

Der Geist ist der obere Pol. Er wirkt zusammen mit dem höheren Teil des intuitiven Denkens.

Der Körper wirkt als niederer Pol. Hierzu gehören neben dem physischen Körper auch der Astralkörper, die physische Lebenskraft und die materiellen, kristallisierten Aspekte des Wollens und Denkens.

Im Spannungsfeld zwischen den beiden Polen umfasst und entwickelt die Seele vor allem das Denken, aber auch das kultivierte Wünschen und Wollen und die niederen Teile der Intuition, soweit sie bisher erweckt sind. Die Seele ist der eigentliche, sich entwickelnde Mensch, der in immer neuen Verkörperungen lernt. Ihr Kern ist das menschliche Ego, das wir als Ich oder Ich bin ich erleben.

Aufgabe des Egos ist es, in immer zunehmendem Maße Selbstbewusstsein zu entwickeln und sich selbst als geistige Wesenheit zu erkennen. Nach der Lehre der Theosophie ist im innersten Selbst in der Essenz das gesamte Universum enthalten, so dass der Prozess der Selbsterkenntnis nie endet.

2. Hierarchien und Welten

Die siebenfältige oder dreifältige Konstitution des Menschen veranschaulicht, dass er eine Hierarchie ist, eine abgestufte Skala von Kräften, die so eng zusammengehören, dass sie für eine bestimmte Zeit als eine Wesenheit gemeinsam evolvieren. Kennzeichen einer Hierarchie ist, dass alles, was sie zusammensetzt, all ihre Lebensatome und Kräfte, Elemente und Prinzipien aus einer Quelle hervorgegangen sind und sich am Ende der Evolutionsperiode wieder in sie zurückziehen. Diese Quelle der Hierarchie wird Hierarch genannt. Er ist zum einen ihr Ursprung und Same, zum anderen ihre Blüte und Vollendung.

Wir können auch unser Universum als eine Hierarchie betrachten, zu der sieben untergeordnete Stufen, Sphären oder Welten gehören. Die oberste, höchste oder göttliche Stufe ist der Hierarch. Der Hierarch enthält und begrenzt alles, was irgendein Bewohner des Universums durch Evolution erreichen kann.

Für jedes Prinzip des Menschen gibt es eine kosmische Ebene oder Welt, in der es eine Heimat findet: So existiert eine spirituelle Welt, in der der Mensch erste Höhenflüge des intuitiven Denkens erleben kann, eine Welt der Gedanken oder des Denkens, seine engere Heimat, eine Welt der Wünsche und Begierden, auch des spirituellen Wollens, und ebenso eine astrale Welt. Daneben existieren kosmische Lebenskraft und natürlich auch die materielle Welt, die wir um uns herum wahrnehmen können.

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